Zuschläge gibt es viele im Steuerrecht. Geregelt sind diese in der Abgabenordnung (AO). Neben dem Zuschlag in der Versteigerung stehen natürlich die Zuschläge als steuerliche Nebenleistungen besonders im Vordergrund. Es gibt hierbei den:

a) Verspätungszuschlag gemäß § 152 AO

Vom Verspätungszuschlag kann jeder betroffen sein, der seine Verpflichtung zur Abgabe einer Steuererklärung nicht oder nicht fristgerecht nachkommt. Achten Sie daher in den nächsten Tagen darauf, dass Sie Ihre z.B. Einkommensteuererklärung bis derzeit 31. Mai abgeben. Der Verspätungszuschlag darf 10 % der festgesetzten Steuer oder des festgesetzten Messbetrages, z.B. bei Gewerbetreibenden, nicht übersteigen und höchstens 25.000 Euro betragen. Der Verspätungszuschlag ist keine Strafe, sondern ein Druckmittel zur Sicherung eines ordnungsgemäßen Veranlagungsverfahrens.

b) Säumniszuschlag gemäß § 240 AO

Ist Ihr Steuerbescheid vom Finanzamt erstellt und haben Sie ihn erhalten, so wird Ihnen im Falle einer Steuerforderung eine Frist gesetzt, bis zu der Sie der Zahlungsaufforderung nachkommen müssen. Kommen Sie dieser Aufforderung nicht fristgerecht nach, so fallen grds. Säumniszuschläge an. Da viele Steuerzahler diese Frist bis zum letzten Tag ausnutzen, gibt es für diejenigen sogar laut Gesetz noch eine Karenzzeit, in der noch kein Säumniszuschlag erhoben wird, nämlich 3 Tage über der Frist. Haben Sie auch diese “Schonfrist” überzogen, so wird für jeden angefangenen Monat der Säumnis ein Säumniszuschlag von 1 % des Steuerbetrages erhoben. Dies ist ein Unterschied zu Zinsen im Steuerrecht, denn diese sind nur für volle Monate zu zahlen. Ein kleiner Trost bleibt jedoch, da der Steuerbetrag zuvor auf den nächsten durch 50 Euro teilbaren Betrag abgerundet wird. Des Weiteren gibt es keinen “Zinseszinseffekt”, da Säumniszuschläge nicht auf Säumniszuschläge erhoben werden. Auch der Säumniszuschlag ist keine Strafe, sondern lediglich ein Druckmittel zur Durchsetzung von Zahlungsansprüchen des Fiskus.

c) Unsicherheitszuschlag gemäß § 162 AO

Ein weiteres Mal können Sie als Steuerzahler von Zuschlägen betroffen sein, wenn Sie Aufzeichnungen, die Vorgänge mit Auslandsbezug betreffen, nicht vorlegen oder diese Aufzeichnungen im Wesentlichen unverwertbar sind. In diesem Fall ist ein Unsicherheitszuschlag von mindestens 5.000 Euro durch das Finanzamt festzusetzen. Bei verspäteter Vorlage von sogar verwertbaren Aufzeichnungen beträgt der Unsicherheitszuschlag bis zu 1 Mio. Euro. Auch bei dieser Zuschlagsart handelt es sich nicht um eine Strafe, sondern dieser Unsicherheitszuschlag soll lediglich die pünktliche und korrekte Erfüllung der auferlegten Aufzeichnungspflicht absichern.

Fazit: Wenn Sie all Ihre Pflichten im Steuerrecht fristgerecht und allen Anforderungen entsprechend erfüllen, werden Sie von Zuschlägen niemals betroffen sein.

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